Social Media Blackbox
Die Fülle von Informationen, die man ins Netz stellen kann ist schon enorm. Seien es Blog Posts, Tweets, Bilder, Videos oder Links bei diversen Social Bookmarking Diensten. Es reicht dann oft nicht aus, nur eine Anwendung zu füttern. Ein interessanter Link soll getweetet und als Bookmark gespeichert werden; gehen doch Links bei Twitter schnell wieder unter. Das heißt also, dass für diese Aktion schon der Aufruf zweier Anwendungen nötig ist. Alles doch etwas umständlich.
Der Begriff “Social Media Dataflow” (The Social Media Guide, louisgray.com ) zeigt die Problematik. Die Artikel beschreiben, wie Informationen durch verschiedene Anwendungen geschleust und abgerufen werden können. Ein Tweet wird dann nicht nur bei Twitter veröffentlicht, sondern auch automatisch gebookmarkt und anderen Diensten per RSS-Feed zur Verfügung gestellt. Für die Konfiguration eines solchen Datenflusses ist schon einiges an Know-How der verschiedenen Dienste nötig.
Ausgehend von dieser Ausgangslage habe ich mir das Konzept “Social Media Blackbox” ausgedacht. Das Konzept soll beschreiben, wie man Social Media Anwendungen als technische Systeme betrachtet, die aus einer definierten Eingabe eine Ausgabe erzeugen.

Bevor ich näher auf die drei Komponenten (Eingabe, Social Media Blackbox, Ausgabe) eingehe, möchte ich das System anhand einiger Beispiele erläutern.
Bei Twitter sieht das folgendermaßen aus:
Die Eingabe besteht aus max. 140 Zeichen und erhält nur Text. Twitter verarbeitet die Eingabe, fügt weitere Informationen wie einen Zeitstempel hinzu, erkennt automatisch Links und Hashtags und ordnet die Nachricht dem Autor zu. Die Ausgabe besteht dann aus einem Tweet, der in der Twitter Timeline veröffentlicht und für alle sichtbar wird. Twitter lebt von Milliarden dieser Tweets, verknüpft sie, schafft ein Nachrichtensystem und baut daraus das Twitterversum auf.
Bei einem Social Bookmark Dienst wie delicious sieht das ganz ähnlich aus.
Die Eingabe besteht aus einer URL und weitere Daten wie eine Beschreibung oder Tags. Der Dienst speichert die Eingabe und erzeugt eine Ausgabe in Form eines neuen Links, gefüllt mit den Metadaten. Delicious schaut, ob noch andere den Link gespeichert haben, führt die Tags zusammen und gibt an, wie viele andere Benutzer den gleichen Link gebookmarkt haben.
Füllt man das System nun mit mehreren Diensten wird es etwas komplizierter. Ich möchte mal Blogs, Twitter und delicous in einem System betrachten.
Ich stehe nun vor der Möglichkeit drei verschiedene Eingaben zu erzeugen, woraus dann die bekannten Ausgaben generiert werden. In diesem Beispiel müsste ich für jede Art der Eingabe eine spezialisierte Anwendung nutzen. Die Twitter Webseite, ein Firefox Addon für den Bookmark oder die Adminseite von Wordpress für die Erstellung des Artikels. Die Ausgaben sind dann über meine Twitter Timeline, mein delicious Profil oder meinen Blog erreichbar.
Nun kommt die Social Media Blackbox ins Spiel. Ich möchte nur ein System haben, welches mit allen meinen Eingaben zurecht kommt, diese verarbeitet und in eine Ausgabe schreibt.
Blackbox heißt in diesem Fall, dass es der Eingabe erstmal gar nicht interessiert, welche Anwendungen angesprochen werden. Die Ausgabe soll ebenso unabhängig von den Anwendungen sein. Ändern sich etwas am System, indem z.B. eine weitere Anwendung hinzugefügt wird, soll die Ausgabe davon unberührt bleiben.
Kurz zu den verschiedenen Komponenten:
Social Media Blackbox:
Dabei handeln es sich um alle Social Media Anwendungen, die ich regelmäßig nutze. Die Anwendungen sind so konfiguriert, dass sie von den anderen Anwendungen wissen und Informationen untereinander austauschen können.
Eingabe:
Die Eingabe wird durch die verschiedenen Anwendungen definiert. Ich brauche also ein Tool (egal ob eine Desktop Anwendung oder eine Webseite) die meine Informationen erfasst und Zugriff auf meine Social Media Anwendungen hat. Sie muss also mit Tweets, Links und Blog Artikeln zurecht kommen.
Ausgabe:
In der Ausgabe sammeln sich die Informationen aller meiner Dienste. Das würde z.B. bedeuten, dass Interessenten nicht jede Anwendung aufrufen müssen, sondern meine Eingaben gesammelt abrufen können.
Nun stellten sich mir die folgenden Fragen:
Gibt es eine Software, die eine große Menge von Social Media Anwendungen bedienen kann?
Wie kann ich die unterschiedlichen Systeme so einrichten, dass sie die Informationen miteinander tauschen können?
Wie kann ich die Ausgaben der Anwendungen bündeln?
In folgenden Artikeln möchte ich dann die drei Komponenten des Systems näher betrachten und versuchen, Antworten auf diese Fragen zu finden.






