Informationsflut

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Irgendwie ist es auffällig zurzeit. Alle machen sich Gedanken über die Informationsflut und sind von den neuen Medien schlicht überfordert.


Der Kopf von Frank Schirrmacher macht schlapp, für den Autor dieses Spiegel Artikels ist es eine schwere Zeit für "Informations(ver)arbeiter" wie Journalisten und Anya Rutsche von myON-ID empfindet die heutige Kommunikation als zu schnell.

Der Spiegel-Artikel listet die Problematik in ihrer Vielfalt auf:

  • Browserfenster mit 3-30 Tabs
  • RSS-Reader mit Feeds von Blogs, Nachrichtenseiten und anderen Quellen
  • Ticker von Nachrichtenagenturen
  • E-Mail Programm
  • Instant-Messaging-System
  • Twitter-Client
  • Telefonate

Ich glaube die Bewältigung der Informationsflut wird noch eines der Themen der kommende Jahre werden und viele Wissenschaften machen sich bereits Gedanken über die Lösung des Problems. Psychologen raten zu einem bewussten Umgang mit den neuen Medien und schlagen vor, sie nur gezielt zu bestimmten Uhrzeiten abzurufen, um sich dann wieder auf eine Aufgabe konzentrieren zu können.
Als Software Entwickler würde ich natürlich eine technische Lösung bevorzugen. Das Semantische Web soll Informationen für Computer verwertbar machen und sie miteinander verknüpfen, so dass daraus neues Wissen generiert werden kann bzw. die Informationen für den Menschen besser verarbeitbar werden. Die Wissenschaft dazu ist gar nicht mehr so jung, es existieren schon eine Menge Ansätze Informationen über Konzepte der Wissensrepräsentation, neuen Beschreibungssprachen oder Annotation zu verarbeiten und zu kategorisieren.
In HTML existiert schon lange die Möglichkeit Webseiten mittels Meta-Daten genauer zu beschreiben, bei den neuen Web 2.0 Anwendungen wie Blogs oder Twitter sind es z.B. Tags.

Unser Journalist nutzt unterschiedliche Informationskanäle die sich grob in zwei Kategorien unterscheiden lassen: Kommunikationsmedien die bidirektional sind wie E-Mail und IMS und reine Informationsgeber wie RSS-Feeds. Twitter kann dabei beide Rollen einnehmen.
Bei den Kommunikationsmedien kann man Regeln definieren, die z.B. nach Absendern filtern. Im Büro ist vielleicht eine E-Mail oder Twitter-Nachricht eines Freundes oder Familienmitglieds nicht ganz so wichtig.
RSS-Feeds kann man kategorisieren und damit priorisieren. Die gängigen RSS-Reader bieten dafür Möglichkeiten zur Sortierung. Es bietet sich außerdem die Option alle Feeds in einem zu bündeln. Diese Lösung bietet u.a. der Google Reader und per Eigenbau auch Yahoo Pipes.

Ich nehme mir zurzeit noch den Rat des Psychologen zu herzen und schalte einfach mal ab und überlege dann, wie ich die Information händeln kann. Eine eierlegende Wollmilchsau habe ich auf jeden Fall noch nicht gefunden, besinne mich aber auf ein Zitat, was ich mal irgendwann aufgeschnappt habe:

Wir haben nicht das Problem der Informationsflut, sondern wir haben ein Filter-Problem.

Eine tolle Bemerkung dazu hat auch Prof. Dr. Peter Kruse am Ende des Interviews “08 Untergang in der Informationsflut?”.

Also lassen wir das alles erstmal erwachsen werden!


 
 
 

4 Kommentare zu “Informationsflut”

  1. TiM
    26. November 2009 um 21:18

    Hey :-)
    Für mich ist das ganze natürlich auch hin und wieder ein Problem, wenn ich durch interessante Links und Berichte im www von meiner eigentlichen Arbeit abgelenkt werde.

    So verwende ich meine eigenen Filter, wie z.B. Twitter, wo die wichtigen News-Medien (n-tv, zeit_RSS oder DerWesten u.v.m.) Artikel zusammenfassen und ich entscheide, ob mich einer interessiert oder nicht.

    Der zweite Filter, der sich bei mir allerdings noch stärker entwickeln muss, ist ein persönlicher: Disziplin! ;-)
    Online gehen, wenn ich Freizeit habe, Kontaktgeräte wie Handy oder PC (Chat etc.) nicht bei jedem Kontaktversuch von aussen (Beep Beep) sofort in die Hand nehmen und das Gefühl des erzwungenen Beantwortens ausleben!
    Ich will und kann nicht immer und überall erreichbar sein und Menschen sollten diese Erwartungshaltung auch nicht haben, wenn sie auf eine Antwort warten!
    Wie wär’s mal mit Anklopfen und nachfragen, ob man gerade verfügbar ist / sein will? ;-)

  2. Daniel_Grewing
    26. November 2009 um 22:43

    ich glaube auch, dass der persönliche Filter noch lange der Beste sein wird, um der Informationen und der Kommunikationsvielfalt Herr zu werden.

  3. Tweets die Social Media Development » Informationsflut erwähnt -- Topsy.com
    27. November 2009 um 11:10

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von myON-ID Media GmbH und Anya Rutsche, Daniel erwähnt. Daniel sagte: Wir haben nicht das Problem der Informationsflut, sondern wir haben ein Filter-Problem: http://bit.ly/7EmRzH [...]

  4. Social Media Development » Informationsflut – Sascha Lobo zum Thema
    8. Dezember 2009 um 19:44

    [...] ersten Artikel hatte ich zum Anlass genommen einen kleinen Beitrag zum Thema Informationsflut zu veröffentlichen. Ich war ebenfalls nicht der Meinung Schirrmachers, dass uns die Flut der [...]

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